Max Delbrück (Biophysiker)
Max Delbrück (* 4. September 1906 in Berlin; † 9. März 1981 in Pasadena, Kalifornien) war ein deutscher, ab 1945 US-amerikanischer Genetiker und Biophysiker.
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Familie
Delbrück war der jüngste Sohn des Historikers Hans Delbrück und Urenkel von Justus Liebig. Weitere Vorfahren und Verwandte aus der Familie Delbrück siehe dort.
Seit 1941 war er mit Mary Bruce verheiratet. Das Ehepaar hatte vier Kinder.
Leben
Delbrück studierte an der Universität Göttingen zunächst Astronomie, kam dann aber über die neu entdeckte Quantenmechanik zur theoretischen Physik. In diesem Fachgebiet promovierte er 1929.
Nach einigen Auslandsaufenthalten arbeitete er ab 1932 am Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie in Berlin-Dahlem, unter anderem als Assistent von Lise Meitner und Otto Hahn. Das nicht staatliche Institut behielt auch unter der Herrschaft des Nationalsozialismus eine gewisse Unabhängigkeit und zog so internationale Forscher an.
Auf Anregung von Niels Bohr wandte er sich hier der interdisziplinären Arbeit mit der Biologie zu. 1935 veröffentlichte er zusammen mit dem Genetiker Nikolai Timofejew-Ressowski ein Werk über Genmutationen, in dem sie als erste vorschlugen, Gene als komplexe Atomverbände aufzufassen. Damit begann die moderne Genetik.
1937 war der politische Einfluss auf die Forschung zu groß geworden; Delbrück emigrierte in die USA. Hier forschte er - zunächst am Caltech, dann in New York und Nashville, ab 1947 wieder am Caltech - über Bakteriophagen. In den 1940ern arbeitete er eng mit Salvador Luria zusammen, mit dem zusammen er den Vermehrungsprozeß der Bakteriophagen aufklärte. Auch mit Alfred Day Hershey tauschte er bald Informationen aus. Mit ihren Untersuchungen schufen die drei Wissenschaftler Grundlagen der modernen Molekularbiologie und Genetik.
Dafür erhielt er 1969 zusammen mit Hershey und Luria den Nobelpreis für Medizin.
Als Biologieprofessor am Caltech (bis 1977) forschte er weiter auf mehreren Gebieten. Schwerpunkte waren dabei neben der Sinnesphysiologie auch die Quantenchemie und Mutationen, etwa bei der Taufliege Drosophila.
Bereits 1962 war mit seiner Unterstützung das Institut für Genetik an der Universität zu Köln geschaffen worden.
Delbrücks Verdienst im weiteren Sinne ist vor allem die Einführung mathematischer Modelle und wissenschaftlicher Methoden in die Biologie. Auch sein Appell zur Interdisziplinarität und zur offenen Zusammenarbeit der wissenschaftlichen Gemeinde, den er durch sein eigenes Beispiel unterstützte, machte Schule und brachte ihm Anerkennung.
Siehe auch: Fluktuationstest
Werke
- Über die Natur der Genmutation und der Genstruktur. (zusammen mit Nicolaj W. Timoféeff-Ressovsky und Karl Günter Zimmer) Weidmann, Berlin 1935
- Wahrheit und Wirklichkeit: Über die Evolution des Erkennens. Rasch und Röhring, Hamburg 1986, ISBN 3-89136-058-4
Weblinks
- Literatur von und über Max Delbrück (Biophysiker) im Katalog der DDB
- Biografie für das Nobel Komitee
- Artikel von netzeitung.de
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Delbrück, Max |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-US-amerikanischer Genetiker und Biophysiker |
| GEBURTSDATUM | 4. September 1906 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 9. März 1981 |
| STERBEORT | Pasadena, Kalifornien |
Kategorien: Genetiker | Biophysiker | Nobelpreisträger für Medizin | US-Amerikaner | Deutscher | Mann | Geboren 1906 | Gestorben 1981

